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Gozintograph

Gozintograph

Als Gozintograph wird ein Graph bezeichnet, der in der Fertigungsplanung zur Produkt- und Teilbedarfsberechnung sowie als Vorstufe zur Fertigungstermin- und Maschinenbelegungsplanung dient. A. Vazsonyi* prägte den Begriff scherzhaft, indem er die Vorgehensweise auf den (nicht existierenden) italienischen Mathematiker Zepartzat Gozinto zurückführte, dessen Name für "the part that (=Zepartzat) goes into (=Gozinto)" steht.

Ausgangspunkt sind Stücklisten, die die Struktur von Teilen beschreiben. Angenommen wir haben einen Endprodukt E1, welcher selber aus den beiden Baugruppen B2 und B3 und diese wiederum aus der Baugruppe B1 und den Teilen T1, T2 sowie T3 bestehen. Die Baugruppe B1 besteht aus den Teilen T1 und T2. Die Struktur der Stückliste hat als Baum folgende Struktur:

gozint1.jpg

Wie man in dieser Stücklistensicht erkennen kann, kommen die Baugruppe B1 und die Teile T1 und T2 mehrfach vor, darüber hinaus kommen die Teile T1 und T2 gleichzeitig auf der 0. und der 1. Fertigungsstufe vor. Der Baum ist aufgrund dieser Redundanz von Teilen und Baugruppen nicht sehr übersichtlich.

Die insbesondere für eine Fertigungsplanung wichtige dispositive Sicht (wann werden welche Teile wofür gebraucht?) der Verwendung von Teilen (Verwendungs- oder dispositiven Sicht) wird durch Umwandlung des Baumes in Form eines Netzes, dem Stücklistennetz oder Gozintographen erreicht:

gozint2.jpg

Jedes Teil und jede Baugruppe kommen nur einmal und jetzt auch nur auf einer sogenannten Dispositionsstufe vor. In ClassiX® wird die Stufigkeit innerhalb eines Gozintographen umgekehrt ausgegeben, die obersten - zu liefernden - Endprodukte werden immer als die sogenannten Stufe 0 Teile bezeichnet, untergeordnete Teile gehören entsprechend den Stufen 1, 2, usw. an.

Zusammengefasst nach Teilen ergibt sich folgende Listendarstellung der Disposition der Teile:

gozint4.jpg

Obiger Graph kann auch als Gantt-Diagramm gezeichnet werden: Die Darstellung von links nach rechts soll die zeitliche Abfolge des Bedarfs an Teilen zum Ausdruck bringen. Dabei wird jedes Teil selbst als Balken dargestellt, wobei die Länge eines Balkens jeweils die Beschaffungszeit repräsentieren soll (bei Kaufteilen die Lieferzeit des Lieferanten, bei Fertigungsteilen die Gesamtdurchlaufzeit):

gozint5.jpg

Weiterführende Informationen:

*Vaszony, A.: Die Planungsrechnung in Wirtschaft und Industrie, Wien-München 1962.

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